Der Geruch des Geldes "Wie Zollhunde lernen, Euros zu erschnüffeln"
Reportage
Geld lässt sich gut verstecken, selbst eine halbe Million Euro passt bequem in eine Seifenschachtel. Wie soll der Zoll bei Fahrzeugkontrollen auf die Schnelle Schwarzgeldschmuggler überführen, wenn das Corpus Delicti so klein und kaum zu finden ist? Die neue Geheimwaffe der Beamten im Kampf gegen Geldschmuggler sind Spürhunde. Seit der Zoll mit den vierbeinigen Helfern arbeitet, hat sich die Erfolgsquote sichtlich erhöht. Die speziell ausgebildeten Bargeldspürhunde können die versteckten Scheine zielsicher riechen, im Reisegepäck, auf der Ladefläche eines Lkw oder gar in einem öligen Motorraum. Was bei Rauschgift und Sprengstoff schon länger funktioniert – so hoffte der Zoll – sollte auch bei Geldscheinen klappen. Die Rechnung ging auf. Gudrun Thoma und Sebastian Schütz begleiten die drei norddeutschen Bargeldspür- hunde Rex, Bonnie und Sally während der Ausbildung in der Zollhundeschule, bei ihren Einsätzen am Flughafen und bei Fahrzeugkontrollen an der polnischen Grenze. Sie erleben mit, wie viel geduldige Arbeit es erfordert, bis die Tiere in der Lage sind, Geld zu erschnüffeln und erfahren, unter welch schwierigen Bedingungen die Spürnasen überhaupt nur erfolgreich sein können. Wenn die Tiere mit der Ausbildung fertig sind, ist für sie kein Versteck gut genug: Sie finden Bares in Schließfächern, in Sicherungskästen, selbst hinter den Rücklichtern eines vollgepackten Pkw. Aber bei der Frage, in welchem Auto, Lkw oder Koffer Bonnie, Rex und Sally schnüffeln sollen, sind die Beamten nach wie vor auf ihren eigenen Spürsinn angewiesen. Ohne Hilfe von "Kommissar Zufall" haben selbst die besten Bargeldspürhunde nur wenig Chancen, den ganz großen Schmuggler- banden auf die Schliche zu kommen.